Richey-Chretien





Definition

 

Das Ritchey -Chrétien-Cassegrain-Teleskop (auch RC-Teleskop genannt) ist eine Weiterentwicklung des Cassagrain-Teleskop, bei der die beiden Spiegel hyperbolisch geformt sind. Dadurch wird eine komafreie Abbildung ohne einen Korrektor wie Schmittplatte, Meniskus oder eine andere Linse erreicht. Da allerdings das Bildfeld nicht eben ist, wird bei der fotografischen Verwendung großer Ritchey-Chrétien-Cassegrain-Teleskope dicht vor den Fokus ein Linsensystem gesetzt, das dieses Problem behebt. Das Prinzip der aus massiven Glasspiegeln gebauten Ritchey-Chrétien-Cassegrain-Teleskope wurde bis zu einem Spiegeldurchmesser von etwa 5 m erfolgreich beibehalten ab  42 Tonnen schwere Glasspiegel verbogen sich unter ihrem eigenen Gewicht und lieferten keine scharfen Bilder mehr. Um diese Limitierung zu überschreiten, realisierte man zunächst Konzepte, den Hauptspiegel aus mehreren kleineren Spiegelsegmenten zusammenzusetzen. Des Weiteren fand man in den 1980ern Verfahren, wie man große dünne Glasspiegel durch einen Schleuderguss oder mit stützenden Hohlstrukturen, meist in Wabenform herstellen konnte. Voraussetzung hierfür sind extrem präzise Halterungen der Spiegel, die die Segmente auf den Bruchteil der Wellenlänge des Lichtes zueinander ausrichten bzw. die Verformung der dünnen Spiegel mit der gleichen Genauigkeit verhindern. Aufgrund der hierfür notwendigen aktiven Elemente in der Halterung werden solche Systeme auch als aktive Optik bezeichnet. Mit diesen Techniken gelingt es, Teleskope bis etwa zehn Meter Spiegeldurchmesser herzustellen.

Genanntes System wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von George Willis Ritchey und Henrii Chretien entwickelt. Durch die Komafreiheit kann das RC-Teleskop mit größeren Öffnungsverhältnissen in besonders kompakter Ausführung gebaut werden, ein  Nachteil  im Vergleich mit dem Cassegrain ist allerdings die Notwendigkeit von Korrektorlinsen, falls bei ausgebautem Fangspiegel mit dem Primärfokus gearbeitet werden soll. Der Parabolspiegel des Cassegrain zeigt dann nämlich auf der optischen Achse ein perfektes Bild, während die RC-Hyperbel sehr schlecht abbildet. Wegen der zwei schwer prüfbaren hyperbolischen Spiegelflächen ist die Herstellung kleiner Ritchey-Chrétien recht teuer und es gibt nur wenige Anbieter im unteren Preissegment. Auch ist das korrigierte sowie ausgeleutete  Feld solcher Systeme ohne Korrektor nur  bis aps-c Format sinnvoll nutzbar, wobei die Obstruktion (Abschattung des Fangspiegels) bis zu  50 Prozent beträgt. Die Justage der beiden Spiegel muss mit hoher Genauigkeit erfolgen was mitunter auch an der kompletten Bauweise des Tubus und des Okularauszugs (welcher ebenfalls auf die Schiefstellung geprüft werden muß) abhängt. Ebenso trägt die meist recht lange Brennweite dieser Systeme dazu bei, daß im Amateur - Bereich, das Seeing die Auflösung meist nicht gestattet.