Sternwarte




Eine Sternwarte  oder ein astronomisches Observatorium ist ein Ort mit wissenschaftlichen Instrumenten zur Beobachtung des Sternhimmels. Neben einzelnen Himmelskörpern des Sonnensystems und unserer Galaxis (Sterne, Sternhaufen, Nebel) sind zunehmend extragalaktische Himmelsobjekte (Deep Sky) Ziel der Beobachtung sowie zugehörige Datenbanken und theoretische Arbeiten. Die Observatorien sind im Regelfall auf erhöhten Standorten errichtet und mit einer Kuppel vor Wettereinflüssen geschützt. Bei der Auswahl des Standortes ist eine möglichst große Zahl klarer Nächte, wenig Störlicht und eine geringe Luftunruhe (Seeing) Vorraussetzung. Letztere ist dort gegeben, wo (insbesondere im Gebirge) laminare (ohne sichtbare Turbulenzen) Luftströmungen vorherrschen. Die Beobachtungen bzw. Messungen erfolgen mit Teleskopen oder Astrographen, aber auch auch mit Antennen (Radioastronomie). Die meisten Observatorien beobachten im sichtbaren Licht, wobei die früheren visuellen Methoden weitgehend durch fotographische und optoelektrische ersetzt wurden. Bis etwa 1620 waren Observatorien fast ausschließlich für die freieugige Beobachtung des Himmels eingerichtet, ausgestattet mit Meridiankreisen oder Sextanten, amillarsphären, Gnomon oder großen Sonnenuhren. Bei der wissenschaftlichen Tätigkeit dominierte seit Jahrtausenden die Astrometrie (Messung und Berechnung von Gestirnspositionen  und ihren Bewegungen in genau definierten Bezugssystemen), die erst ab 1850 durch die Astrophotographie und die Astrophysik ergänzt  wurde. Heute konzentriert sich die Arbeit von  Observatorien zunehmend auf nicht-visuelle Strahlungsbereiche wie nahes Infrarot, UV und Radiostrahlung, während die kürzeren Wellenlängen (UV- und Röntgenstrahlen) großteils den Weltraumteleskopen vorbehalten bleiben.

 

Die Amateurastronomie

 

Wird als Freizeit und als Weiterbildung von Sternfreunden betrieben, die im Unterschied zu professionellen Astronomen keine beruflichen Interessen mit ihrer Tätigkeit verfolgen. Intensive Naturerlebnisse unter dem Sternenhimmel werden dabei mit dem Einsatz sehr unterschiedlicher optischer und astronomischer Instrumente verbunden. Das Spektrum reicht von einfachen Ferngläsern bis zu hoch entwickelten Teleskopen, Montierungen und Kameras. Lange Jahre von einer verschwindend kleinen Minderheit von Begeisterten betrieben, hat sich die Amateurastronomie seit Anfang des 20.Jahrhunderts zu einem verbreiteten Hobby entwickelt. Heute ist das Betätigungsfeld der Amateure in verschiedene Richtungen aufgefächert: Die Beobachtung veränderlicher Sterne, suche nach Kometen, Kleinplaneten, Supernovas,  die Beobachtung von Sonnenfinsternissen, Doppelsternen, die Astrofotographie und die visuelle Beobachtung des Nachthimmels, die oft mit großen, selbstgebauten Spiegeltelescopen (meist Dobsons) erfolgt. Im Gegensatz zur professionellen Astronomie ist die wissenschaftliche Forschung nicht das Hauptziel für den Amateurastronomen, wobei man sagen muß, daß mittlerweile  astronomische Vereine  auch hin und wieder für manche Entdeckung in Frage kommt.. Auch ist es  möglich, wissenschaftliche Ergebnisse zu erhalten und viele Amateure tragen sehr erfolgreich zum Gesamtwissen und deren Verbreitung in der Öffentlichkeit bei. Amateurastromen verfügen mitunter über gut ausgestattete Pivatsternwarten mit leistungsstarker Ausrüstung. Früher eher reichen Sternfreunden vorbehalten und mit Kuppel ausgestattet, werden sie heute oft als Garten oder Dachsternwarte errichtet. Oft wird das astronomische mit dem photografischem Hobby kombiniert. Durch die Verwendung der digitalen Spiegelreflexkameras, der CCD-Technik, lichtempfindlicher Webcams und der computerunterstützten Bildbearbeitung erzielt mancher Amateur heute Ergebnisse, die noch vor einem Jahrzehnt nur großen Forschungsobservatorien vorbehalten waren. So können detailreiche Aufnahmen der Planeten oder äußerst lichtschwache Objekte, wie Gasnebel oder entfernte Galaxien, abgebildet werden.

 



 

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